Stadtentwicklung braucht Möglichmacher

Autor
Tina Hunstein-Glasl
Datum
14. September 2026
Stadtentwicklung braucht Möglichmacher

Die Weiterentwicklung unserer urbanen Räume wird komplexer. Und genau deshalb reicht es immer weniger, Projekte nur gut zu planen. Entscheidend ist, wie unterschiedliche Interessen, Kapital, Verantwortung und langfristige Wirkung zusammengebracht werden – genau die Fragen, um die es auch auf der EXPO REAL 2026 gehen wird. Und deshalb sind wir mit dabei – nicht nur, um Kaffee zu schlürfen und Hände zu schütteln, sondern, um Impulse für die Stadt von morgen zu setzen, aber auch aufzunehmen.

Die Leitlinie für Für EHRET+CIE: Projektentwicklung stärker vom Möglichmachen her zu denken.

Das beginnt mit einer einfachen Frage: Was kann dieser Ort? Nicht jedes Grundstück, nicht jedes Quartier eignet sich für jede Nutzung. Wer die Begabung eines Ortes liest, statt ihm ein fertiges Konzept überzustülpen, findet oft tragfähigere Lösungen als am Reißbrett.

Projekte entstehen nicht im Alleingang. Sie brauchen belastbare Partnerschaften zwischen öffentlicher Hand, privaten Akteuren, Behörden, Nachbarschaften und Nutzern. Verantwortung wird dabei nicht weitergereicht, sondern geteilt, genauso wie Chancen und Risiken. Aus einzelnen Abstimmungsprozessen muss eine echte Kooperationskultur entstehen.

Möglichmachen heißt deshalb auch, Räume für Zusammenarbeit zu schaffen. Zwischen Akteuren, die oft mit unterschiedlichen Interessen, Geschwindigkeiten und Logiken unterwegs sind. Gute Projektentwicklung bringt diese Perspektiven nicht nur an einen Tisch. Sie schafft einen Rahmen, in dem daraus tragfähige Lösungen entstehen können.

Das verändert auch den Blick auf Investitionen. Wert entsteht nicht allein in der Kalkulation eines Projekts. Er entsteht dort, wo wirtschaftliche Tragfähigkeit, soziale Qualität und ökologische Verantwortung zusammenkommen. Investition wird damit zum Ermöglicher, nicht zur Begrenzung. Kapital schafft den Spielraum, damit aus einer Idee ein Ort werden kann, der langfristig funktioniert.

Gerade in einem Markt, in dem Finanzierung immer häufiger darüber entscheidet, ob überhaupt noch gebaut wird, ist das eine entscheidende Frage: Wie setzen wir Kapital so ein, dass es nicht nur Rendite ermöglicht, sondern Entwicklung? Wie entstehen Projekte, die wirtschaftlich tragfähig sind und zugleich einen echten Mehrwert für Stadt und Gesellschaft schaffen?

EHRET+CIE formuliert dafür mit „Human Proof“ einen klaren Maßstab: Ein Projekt ist erst dann erfolgreich, wenn es sich im Alltag der Menschen bewährt, die darin wohnen, arbeiten, investieren oder einfach Teil dieses Ortes sind. Dahinter steckt eine Grundüberzeugung: Was Stadt und Gesellschaft bereichert, kann und muss auch wirtschaftlich funktionieren. Genau darin schließt sich der Kreis zur Begabung eines Ortes: Nur eine Nutzung, die zum Ort passt, kann sich im Alltag der Menschen wirklich bewähren.

Wert entsteht nicht allein in der Kalkulation eines Projekts. Er entsteht dort, wo wirtschaftliche Tragfähigkeit, soziale Qualität und ökologische Verantwortung zusammenkommen.

Projektentwicklung vom Möglichmachen her zu denken bedeutet aber auch, langfristiger zu denken. Stadt lässt sich nicht auf den nächsten Exit optimieren. Projekte wirken über Jahrzehnte. Deshalb braucht es klare Visionen und einen hohen Anspruch, aber ebenso die Bereitschaft, Annahmen immer wieder zu überprüfen. EHRET+CIE nennt das Langstreckendenken: nicht größer werden um jeden Preis, sondern konsequenter in Haltung, Qualität und Verantwortung.

Genau diese Fragen gehören auf die EXPO REAL. Denn dort wird verhandelt, wie die Branche unter veränderten Bedingungen wieder ins Machen kommt. Welche Partnerschaften braucht es zwischen öffentlicher Hand, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft? Wie lassen sich Risiken sinnvoll teilen? Wie muss Kapital eingesetzt werden, damit Entwicklung wieder möglich wird? Und wie viel Anpassungsfähigkeit braucht eine Branche, deren Rahmenbedingungen sich schneller verändern als viele Planungsprozesse?

Michael Ehret bringt sich auf der EXPO REAL genau in diesen Austausch ein. Mit Erfahrungen aus der Projektpraxis, mit einer klaren Haltung und mit Impulsen für eine Branche, die ihre Rolle neu definieren muss. Über seine Erfahrungen berichtet er auf LinkedIn wie auch nach der Expo hier im Blogbereich.